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Scent Hurdle Racing – Reglement
gemäss Hundearbeitsamt Schweiz

Das vorliegende Reglement orientiert sich am Reglement der British Agility Association und am deutschen Flyball – Reglement.

1. Allgemeines

1.1. Teilnahmebedingungen

Beim Scent Hurdle Racing handelt es sich um eine Hundesportart, bei der Geschicklichkeit und Nasenarbeit gefragt sind.
Zwei Teams von je 4 Hundehaltern und ihren Hunden (plus jeweils ein Helfer) treten gleichzeitig auf nebeneinanderliegenden Bahnen an.

Die Hunde werden über vier Hürden geschickt, hinter denen eine Box mit 4 Apportierhölzern mit den Gerüchen der Hundeführern liegt. Hier angekommen, sucht der Hund das Apportierholz, welches nach seinem Menschen riecht. Hat er es gefunden, apportiert er es so schnell wie möglich über die Hürden zurück und der nächste Hund kann starten. Der Helfer legt auf die nun leere Stelle ein neutrales Apportel. Der Durchgang ist beendet, wenn alle 4 Hunde ihren Lauf absolviert haben.

Damit Richter, Zuschauer und Hundeführer schnell erkennen können, ob der Hund das richtige Apportel bringt, ist jedes Apportel mit einer Nummer beschriftet. Die Hunde tragen alle eine Weste, auf der ihre Nummer steht.
Beim Scent Hurdle Racing können alle Hund-Mensch-Teams mitmachen. Die Rasse des Hundes  ist nicht von Belang. Es ist kein Herkunftsnachweis für den Hund oder Vereinszugehörigkeit notwendig.

Ausgeschlossen von Turnieren sind kranke Hunde, aggressive Hunde und läufige Hündinnen.

Jeder Teilnehmer muss über eine gültige Haftpflichtversicherung verfügen.

Der Veranstalter behält sich das Recht vor, Hunde von Turnieren auszuschliessen.

1.2. Umgang mit dem Hund

Jeder Hund soll vor seinem Einsatz angemessen aufgewärmt werden.

Ein harscher Umgang mit dem Hund wird sowohl während des Turniers, als auch auf dem Gelände nicht toleriert und führt zu sofortigem Ausschluss von der Veranstaltung.

Der Hund darf auf keine Weise bestraft werden.

2. Material und Anlage

2.1. Ausrüstung des Hundes

Die Hunde tragen eine gut sitzende Weste, auf der die Nummer ihres Apportels steht.
Die Hunde dürfen ansonsten weder Halsbänder, noch Geschirre, Halti, o.ä. tragen.
Der Hund wird auf dem Turniergelände an Leine und Geschirr oder an Leine und Halsband geführt. Würgehalsbänder, Zughalsbänder, Anti-Zerr-Geschirre sind auf dem ganzen Turniergelände verboten.

2.2. Apportierhölzer

Um zu verhindern, dass die Hunde mit den Augen suchen, müssen alle Apportierhölzer eines Teams identisch sein (Grösse, Gewicht, Material, Farbe). An der Aussenseite muss - in einheitlicher Form für das ganze Team - die Nummer des startenden Hundes aufgedruckt sein.

2.3. Hürden

Scent Hurdle Racing – Hürden müssen speziellen Ansprüchen genügen. Die Verwendung von Hürden aus dem Agility oder anderen Hürden, welchen den unten erläuterten Kriterien nicht genügen, sind nicht erlaubt.
Die Hürden müssen aus Kunststoff oder Holz angefertigt sein und dürfen über keinerlei Teile verfügen, an denen der Hund hängenbleiben könnte. Die Seitenausleger müssen oben und seitlich abgerundet sein. Der Mittelteil besteht aus einer durchgehenden Fläche und muss eine helle Farbe aufweisen, die für die Hunde gut sichtbar ist. Auf der Sprungfläche muss ein Schutz aus Schaumstoff befestigt sein (dieser Schutz ist in die Höhe einzuberechnen).
Die Innenbreite einer Hürde muss mind. 60 cm betragen, die Seitenteile dürfen nicht höher als 90 cm und nicht kürzer als 60 cm sein.

Huerde

Hürdenhöhe:
Offiziell – Mini: 20 cm
Offiziell – Medium: 30 cm
Offiziell – Large: 35 cm
Senioren: In dieser Klasse gibt es eine einheitliche Höhe von max. 10 cm.

2.4. Apportel-Box:

Die Box ist 10 cm hoch, 60 cm breit und 60 cm lang. Auf der Oberseite befinden sich 4 Fächer (durch Leisten abgetrennt), welche alle identisch sein müssen. Die Fächer sind mit den Buchstaben A, B, C und D zu bezeichnen.
Alle Materialien dürfen niemals eine Gefahr darstellen.

2.5. Rennbahn

Die Bahn beginnt mit der Start-/Ziellinie, an deren Seite sich der Linienrichter befindet. In 1.83 m Abstand von der Startlinie steht die erste Hürde. Die insgesamt vier Hürden weisen eine Distanz von 3.05 m zueinander auf. Nach der letzten Hürde folgt in 4.57 m Abstand die Apportel-Box. Die Mitte der Vorderseite der Box muss sich auf der idealen Rennlinie der Hunde befinden.

Der Abstand zwischen den Bahnen der 2 Teams muss mindestens 8 m betragen (gemessen von einem Seitenausleger einer Hürde zur anderen).

Vor der Startlinie muss mindestens 15 m Platz sein für die Teams.

3. Wettkampfregeln

3.1. Ablauf

Die Hundeführer lassen ihre Hunde vor der Startlinie warten und begeben sich zur Apportelbox, wo sie ihr persönliches Apportel, welches ihren Geruch trägt, hinlegen. Danach gehen die Hundeführer zurück zu ihren Hunden. Der Helfer dreht nun die Box, so wie es der Richter zuvor bestimmt hat, damit die Apportel nicht mehr an der Stelle liegen, an der der Hund das Ablegen beobachtet hat.

Alle Hundeführer stellen sich mit ihren Hunden hinter der Startlinie auf der rechten Seite auf. Der erste Starter stellt sich hinter der Startlinie mit seinem Hund auf. Auf Signal des Richters geht das Rennen los und der erste Hund wird über die Hürden geschickt, um das Apportel zu holen, welches nach seinem Mensch riecht. Der Hundeführer kann seinen Hund motivieren, das Apportel möglichst schnell zu holen und über die Hürden zurück zu bringen. Dazu darf er nur seine Stimme und Körpersprache einsetzen und weder Futter, noch Spielzeug verwenden. Der Hundeführer begibt sich zur linken Seite der Start-/Ziellinie, um seinen Hund in Empfang zu nehmen. Der Starter mit dem zweiten Hund begibt sich an der rechten Seite zur Start-/Ziellinie. Er hält seinen Hund vor der Startlinie mit den Händen um den Brustkorb fest und darf ihn erst starten lassen, sobald der erste Hund mit allen vier Pfoten die Ziellinie passiert hat. Hunde, die im Ziel angekommen sind, werden von ihren Führern umgehend nach rechts aus der Bahn geführt.

Dieser Ablauf wird wiederholt bis auch der vierte Hund seinen Lauf absolviert hat.

Dasjenige Team, dessen Hunde zuerst alle zurück im Ziel sind, hat den Lauf gewonnen.

3.2. Helfer

Der Helfer steht aufrecht und hält die Hände so lange hinter dem Rücken, bis der Hund wieder über die Hürden zurückkehrt. Nun legt der Helfer auf den leeren Platz ein neutrales Apportel. Der Helfer verhält sich während des ganzen Rennens ruhig und beeinflusst den Hund in keiner Weise.  

3.3. Klassen

Das Mindestalter für die Hunde beträgt in allen Klassen 18 Monate.

a) Offiziell – Mini
Für alle Hunde bis 35 cm Widerristhöhe.

b) Offiziell – Medium
Für alle Hunde von 35 cm - 45 cm Widerristhöhe.

c) Offiziell – Large
Für alle Hunde ab 43 cm Widerristhöhe.

Sind die Hunde schon in eine entsprechende Agility-Grössenkategorie eingeteilt, wird diese fürs Scent Hurdle Racing übernommen. Die Messung bei allen anderen Hunden wird von einem Scent Hurdle Racing – Richter vor dem ersten Start vorgenommen. Der Hund darf bei offiziellen Läufen nur in seiner Grössenkategorie starten.

3.4. Senioren

In dieser Klasse starten Hunde, welche älter als 8 Jahre sind oder welche aufgrund eines Handicaps keine Sprünge absolvieren dürfen.

In dieser Klasse befinden sich die Sprünge auf einer max. Höhe von 10 cm. Ansonsten gelten die gleichen Regeln wie in der offiziellen Klasse.

4. Bewertung:

4.1. Grundlegendes

Ein Rennen besteht aus drei Läufen. Das Team, welches zwei dieser drei Rennen für sich entscheidet, gewinnt.

4.2. Richter

Pro Lauf gibt es einen Rennrichter. Der Rennrichter signalisiert den Start des Rennens, entscheidet über Fehler und bestimmt den Gewinner.

Neben jeder Bahn steht ein Linienrichter, der dem Rennrichter per Handzeichen meldet, wenn es auf seiner Bahn zu einem Fehler gekommen ist oder wenn ein Hund zu früh gestartet wurde.
Weitere Richter können bei Bedarf eingesetzt werden.

Alle Richter beurteilen die Teams nach bestem Wissen und Gewissen. Dennoch bleibt eine Richterentscheidung immer bis zu einem gewissen Grad subjektiv. Die Teilnehmer anerkennen und akzeptieren dies.

Die Entscheidungen der Richter sind nicht anfechtbar und nicht veränderbar.

4.3. Fehler

  • Der erste Hund startet vor dem Zeichen des Richters.

Das Rennen wird abgepfiffen und neu gestartet. Bei einem zweiten Fehlstart des gleichen Teams wird der Sieg dem Gegenteam zugesprochen.

  • Der Hund lässt eine Hürde aus
  • Der Hund apportiert das falsche Holz
  • Der Hund apportiert nicht oder lässt das Holz unterwegs fallen

Bei einem dieser Fehler muss der Hund erneut gestartet werden, bis der Lauf korrekt absolviert wird. Lässt der Hund das Apportierholz fallen, muss er es an diesem Punkt holen.

4.4. Disqualifikation

Eine Disqualifikation erfolgt in Übereinstimmung aller Richter. Das Team muss den Ring unverzüglich verlassen. Zur Disqualifikation führen:

  • Der nächste Hund in der Reihenfolge wird gestartet, bevor der rennende Hund mit allen vier Pfoten hinter der Ziellinie ist.
  • Verlassen der Bahn.
  • Harscher Umgang mit dem Hund (Druckmachen, Schimpfen, körperliches Bestrafen)
  • Körperliche Überforderung
  • Gefährdung des Hundes
  • Ausfälliges Verhalten gegenüber den Richtern / den anderen Teilnehmern
  • Versäubern des Hundes im Ring

Copyright 2010, Hundearbeitsamt Schweiz, www.scent-hurdle.ch

Änderungen im Reglement vorbehalten.